FAQ – Frequently Asked Questions

  1. Wer ist Arbeitgeber im Falle einer Arbeitskräfteüberlassung?
    Arbeitgeber ist derjenige, der den Arbeitnehmer auf Grund einer Vereinbarung einem Dritten überlässt, er wird somit als "Überlasser" bezeichnet. Das ist also nicht derjenige, der den AN dann tatsächlich beschäftigt, dieser Dritte wird im Gesetz als „Beschäftiger“ bezeichnet.

  2. Wer muss dem Arbeitnehmer das Entgelt bezahlen?
    Den Lohn bzw. das Gehalt bekommt der Arbeitnehmer vom Überlasser, da dieser der Arbeitgeber ist.

  3. Mit wem muss der Arbeitnehmer seinen Urlaub vereinbaren?
    Grundsätzlich muss dies mit dem Arbeitgeber (Überlasser) geschehen. In der Praxis wird dies jedoch zusätzlich mit dem Beschäftiger besprochen.

  4. Was muss bei der Vereinbarung der wöchentlichen Arbeitszeit besonders beachtet werden?
    Die Vereinbarung muss zumindest annähernd der tatsächlich anfallenden Stundenanzahl entsprechen. Auch für überlassungsfreie Zeiten darf kein geringeres Ausmaß vereinbart werden.

  5. Welche Kündigungsfristen hat ein Zeitarbeitsnehmer einzuhalten?
    Die Kündigungsfrist beträgt mindestens 14 Tage, für Angestellte länger. Darüber hinaus sind die Bestimmungen des Kollektivvertrags für Arbeitnehmer in der Arbeitskräfteüberlassung zu beachten.

  6. Wer entscheidet über die Lage der zu leistende Normalarbeitszeit?
    Die Verteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ist grundsätzlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren unter Berücksichtigung von Kollektivvertrag und Betriebsvereinbarung.

  7. Was sind Überstunden?
    Überstunden sind jene Arbeitsstunden, die über das Ausmaß der täglichen oder wöchentlichen gesetzlichen Normalarbeitszeit hinaus geleistet werden. Nicht als Überstunden gelten Zeitguthaben, die aufgrund einer Gleitzeitvereinbarung in die nächste Periode übertragen werden.

  8. Was versteht man unter Mehrarbeitsstunden?
    Mehrarbeitsstunden sind jene Stunden, die zwischen der kollektivvertraglichen oder der vertraglichen  (zB bei Teilzeitbeschäftigung) und der gesetzlichen Normalarbeitszeit liegen (zB lt. Kollektivvertrag 38,5 Stunden/Woche  gesetzlich 40,0 Stunden/Woche  1,5 Stunden/Woche Mehrarbeit).

  9. Welche Pausen stehen einem Arbeitnehmer zu?
    Bei einem Übersteigen der täglichen Arbeitszeit über 6 Stunden steht dem Arbeitnehmer eine mindestens halbstündige Pause zu.

  10. Können Pausen an das Ende des Tages gelegt werden um die Tagearbeit zu verkürzen?
    Nein.

  11. Welche gesetzlichen Feiertage gibt es in Österreich?
    § 7 ARG
    1.Jänner, 6. Jänner, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August, 26. Oktober, 1. November, 8. Dezember, 15. Dezember, 26. Dezember

  12. Sind der 24. Dezember und der 31. Dezember Feiertage?
    Nein, an diesen Tagen besteht grundsätzlich Arbeitspflicht, jedoch bestimmen manche Kollektivverträge bzw. Betriebsvereinbarungen, dass an diesen Tagen zumindest zum Teil unter Entgeltfortzahlung freigegeben wird.

  13. In manchen Verkaufsstellen wird am 8. Dezember gearbeitet. Darf der Arbeitnehmer an diesem Tag die Arbeit ablehnen?
    Der Arbeitnehmer hat das Recht, die Arbeit am 8. Dezember ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Durch ein derartiges Ablehnen darf er nicht benachteiligt werden.

  14. Wie viel Urlaub steht einem Arbeitnehmer zu?
    § 2 UrlG
    Dem Arbeitnehmer gebührt für jedes Arbeitjahr ein ununterbrochener bezahlter Urlaub im Ausmaß von 30 Werktagen (fünf Wochen) bis zum 25. Arbeitsjahr und von 36 Werktagen (sechs Wochen) ab dem 26. Arbeitsjahr.

  15. Was versteht man unter „Werktage“?
    Werktage sind alle Tage außer Sonntage und gesetzliche Feiertage.

  16. Was versteht man unter einem Arbeitsjahr?
    Das Arbeitsjahr beginnt mit dem jeweiligen Eintrittsdatum.

  17. Welche Arten von Pfändungen werden bei der Lohn(Gehalts)exekution unterschieden?
    Es wird zwischen Unterhaltsansprüchen und Privatschulden unterschieden.

  18. Nach welchen Richtlinien wird das Existenzminimum ermittelt?
    § 292f EO
    Das Existenzminimum wird jährlich durch die Existenzminimum-Verordnung neu festgelegt, die sich am jeweiligen Ausgleichszulagenrichtsatz orientiert.